Signatur/Inschrift
nicht bezeichnet
Beschriftung
Rückseite der (von vorn aus gesehenen) linken vorderen Säule der Sitzbank achteckiges Etikett mit blauem Rand: 8. [oder] 9. [oder] 19[…]8. [und] 19[…]9 [evtl. 1928 und 1929?] [oder] P. [und] J. [hs]; auf der linken Seite des Sockels achteckiges Etikett mit doppeltem blauem Rand: 148 [hs]; auf der rechten vorderen Seite des Sockels abgerissenes Etikett: 41 [oder] 47 [ms]
Provenienz
- Unbekannt [Auvergne?] (Künstler/-in)
- Verbleib unbekannt
- wohl spätestens ab 1939 – 14.5.1948, Joseph Altounian-Lorbet (*1889, +1953) (Kunsthändler/-in), MâconZKG/KHZ Inventarbuch Slg. und ZKG/KHZ Inventarbogen/Werkdossier sowie Korrespondenz mit der Direktion, 25.07.1947, Archiv ZKG/KHZ, 10.30.30.700.
- ab 14.5.1948, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde (Sammlung), Zürich, Kauf, 3'900 CHFWie oben Fussnote 4.
- ab 14.5.1948, Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), Zürich, LeihgabeWie oben Fussnote 4.
Provenienzstatus
Hinweise auf NS-Raubkunst
Provenienzstatus (BAK)
C – Die Provenienz zwischen 1933 und 1945 ist nicht eindeutig geklärt oder weist Lücken auf. Aus den vorliegenden Recherchen ergeben sich keine Belege für NS-Raubkunst. Es liegen jedoch Hinweise auf NS-Raubkunst und / oder auffällige Begleitumstände vor. Die Herkunft muss weiter erforscht werden.
Zur Provenienz
Die Holzfigur einer thronenden Madonna wurde 1948 von der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde von dem Kunsthändler Joseph Altounian-Lorbet aus Mâcon erworben und dem Kunsthaus Zürich als Leihgabe überlassen. Der Kunsthändler war schon seit 1939 im Besitz der Figur. Zu den weiteren Vorbesitzern gibt es aber keine Hinweise. Grundsätzlich ist es schwierig, mittelalterliche Holzfiguren und deren Vorbesitzer zu identifizieren, wenn sie keine Angaben zum Künstler und eher beschreibende Titel besitzen. Die Recherche zu Altounian-Lorbet ergab aber, dass dieser zwischen 1933 und 1945 in Paris tätig war und Kunstwerke an Personen verkaufte, die in den NS-Kunstraub involviert waren. Bei der Figur konnte kein konkreter Hinweis auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug gefunden werden, aber die Verstrickung von Altounian-Lorbet in den NS-Raub ist ein Verdachtsmoment. Der aktuelle Forschungsstand ermöglicht keine abschliessende Beurteilung, ob das Werk NS-Raubkunst ist oder nicht. Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle bekannten Quellen dazu ausgeschöpft.
Recherchestand 30.09.2024
Haben Sie Fragen, Kritik, Anregungen, weiterführende Informationen? Bitte richten Sie eine Nachricht an provenienzforschung(at)kunsthaus.ch.
Literatur (allgemein)
- Die Meisterwerke, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft/Christian Klemm, Sammlungskatalog Kunsthaus Zürich, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 18 (ill.).
- Kunsthaus Zürich. Gesamtkatalog der Gemälde und Skulpturen, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft et al., Sammlungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 19.
- Ilene H. Forsyth: The Throne of Wisdom. Wood Sculptures of the Madonna in Romanesque France, Princeton: Princeton University Press, 1972, No. 53, vgl. S. 139 f..