Signatur/Inschrift
keine Bezeichnung
Beschriftung
auf der Rückseite der Figur in der Aushöhlung u. r. KHZ-Etikette [ms und hs]; auf der von vorn gesehen linken Innenseite des Sockels KHZ-Etikette: KHZ [ms]
Provenienz
- Unbekannt [süddeutsch] (Künstler/-in)
- Verbleib unbekannt
- o.D. – 1951, Privatbesitz, DeutschlandSitzungsprotokoll der Sammlungskommission, 27.04.1951, Archiv ZKG/KHZ, 10.30.10.42a.
- 1951, Benno Griebert (*1909, +2000) (Vermittler/-in), MeersburgWie oben Fussnote 3.
- ab 1951, Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), Zürich, Kauf, 14'000 CHFZKG/KHZ Inventarbuch Slg.; ZKG/KHZ Inventarbogen/Werkdossier; und wie oben Fussnote 3.
Provenienzstatus
Hinweise auf NS-Raubkunst
Provenienzstatus (BAK)
C – Die Provenienz zwischen 1933 und 1945 ist nicht eindeutig geklärt oder weist Lücken auf. Aus den vorliegenden Recherchen ergeben sich keine Belege für NS-Raubkunst. Es liegen jedoch Hinweise auf NS-Raubkunst und / oder auffällige Begleitumstände vor. Die Herkunft muss weiter erforscht werden.
Zur Provenienz
Die Holzfigur einer stehenden Maria mit Kind wurde 1951 als Kauf von Benno Griebert aus Meersburg inventarisiert. Tatsächlich war der Kunsthistoriker und Kunsthändler Griebert aber nur in Vermittlung für eine bisher nicht identifizierte deutsche Privatsammlung aufgetreten. 1950 hatte er die Figur in der Ausstellung «Madonnen am Bodensee» in Schloss Meersburg ausgestellt, mit der er als Händler spätgotischer Objekte bekannt wurde. Griebert war vor 1945 als Berater für eine Organisation tätig, die mit der Beschlagnahme von Kulturgütern in den besetzten Gebieten befasst war. Seine Karriere baute Griebert nach 1945 auf den alten Beziehungen der NS-Zeit auf. Grundsätzlich ist es schwierig, mittelalterliche Holzfiguren und deren Vorbesitzer zu identifizieren, wenn sie keine Angabe zum Künstler und eher beschreibende Titel besitzen. Bei der Figur konnte kein konkreter Hinweis auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug gefunden werden, aber die Verstrickung von Griebert in den NS-Raub ist ein Verdachtsmoment. Der aktuelle Forschungsstand ermöglicht keine abschliessende Beurteilung, ob das Werk NS-Raubkunst ist oder nicht. Zum jetzigen Zeitpunkt sind alle bekannten Quellen dazu ausgeschöpft.
Recherchestand 30.09.2024
Haben Sie Fragen, Kritik, Anregungen, weiterführende Informationen? Bitte richten Sie eine Nachricht an provenienzforschung(at)kunsthaus.ch.
Literatur (allgemein)
- Kunsthaus Zürich. Gesamtkatalog der Gemälde und Skulpturen, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft et al., Sammlungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 21.