Signature
inscr. on back on lower border: Picasso
Inscriptions
Unterseite weisse Etikette in Blau: Kunsthaus Zürich / Inventar […]; darin in Schwarz: 1968/ [56?] [ms]; am Rand Überreste einer abgelösten Etikette [unleserlich]; am Rand blaue Etikette in Schwarz: [Kunsthaus Zürich?] […] / [Zweck?] / Künstler: / […]; darin in Schwarz: [ms] Pablo […] / Frauen[…] / […]th[…]; Kreide in Weiss: [2117?] [hs]; abgelöste Etikette mit abgeschrägten Ecken in Blau auf Styropor: [DOUANE] […]; [wohl französischer Zollstempel]; Kreide in Rot: 199; [oder 641?] [hs]; in Rot: 17 [hs]; Kreide in Rot: [199?] [hs]
Catalogue raisonné
Chipp/Wofsy 2012 318
Provenance
- Pablo Picasso (*1881 Malaga, +1973 Mougins) (Künstler/-in)
- o.D. – mindestens bis 16.6.1932, Ambroise Vollard (*1865 Saint-Denis, Réunion, +1939 Versailles) (Herausgeber/-in), ParisKat. Georges Petit 1932, annotiertes Exemplar im Kunsthaus Zürich, S. 71 und 77, nennt Vollard als Einsender (Bibliothekssignatur a3/Z 80:19320911).
- [Verbleib unbekannt?]In der bisherigen, historischen Provenienzangabe wurde der vorliegende Guss des Werks «Tête de femme (Fernande)», 1906 von Pablo Picasso der früheren Sammlung von Alfred Flechtheim zugeordnet. Nach intensiven Recherchen und in fruchtbarem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen wird zum aktuellen Zeitpunkt davon ausgegangen, dass es sich bei dieser historischen Provenienzangabe «Flechtheim» um eine Verwechslung handelt. Dafür sprechen folgende Argumente:
1. Es gibt einen weiteren Abguss derselben Skulptur, der eine Etikette von Flechtheim aufweist. Es ist belegt, dass Flechtheim im Besitz (mindestens) eines Gusses dieser Bronze war, was wiederum mit der Provenienz dieses anderen Gusses übereinstimmt. Es gibt zudem aktuell keine Belege, dass Flechtheim mehrere Güsse von «Tête de femme (Fernande)» hatte. 2. Der Kunsthaus-Guss verfügt über einen französischen Zollstempel. Der Zollstempel könnte als Indiz dafür gelesen werden, dass er angebracht wurde, als die Büste direkt von der Pariser Picasso Ausstellung 1932 nach Zürich kam. Denn in Paris 1932 war Flechtheims «Frauenkopf» nicht vertreten und dieser verfügt auch nicht über einen französischen Zollstempel. 3. Im Archiv der ZKG befinden sich Korrespondenzen mit Flechtheim, aus welchen heraus bestätigt werden kann, dass der «Frauenkopf» aus der Privatsammlung Flechtheims nicht für die Ausstellung am Kunsthaus Zürich ausgewählt wurde. Dies bestätigt wiederum die Provenienz von Vollard. 4. In zwei annotierten Ausstellungskatalogen der Picasso Ausstellungen von 1932 in Paris und in Zürich wird Vollard als Einsender der Bronze Frauenbüste genannt. Letztlich ist davon auszugehen, dass Werner und Nelly Bär 1932 in der Picasso-Ausstellung am Kunsthaus Zürich zugegen waren, denn im Verkaufsbuch des Kunsthauses findet sich ein Vermerk, dass Werner Bär 1932 Lithografien von Picasso kaufte. Somit scheint auch der Ankauf einer Picasso Bronze möglich. Diese Indizien lassen nach aktuellem Forschungsstand den Schluss zu, dass sich der Guss Tête de femme (Fernande), der sich heute im Kunsthaus Zürich befindet, nicht im Besitz von Flechtheim befand.
Werkrückseite; Ausgehende Korrespondenz, Archiv ZKG/KHZ, 10.30.20.53, S. 155-157, Galerie Alfred Flechtheim, 27.08.1932; Ausgehende Korrespondenz, Archiv ZKG/KHZ, 10.30.20.53, S. 149, Ambroise Vollard, 26.08.1932; Eingehende Korrespondenz, Archiv ZKG/KHZ, 10.30.30.61, A. Vollard, 18.04.1932; Eingehende Korrespondenz, Archiv ZKG/KHZ, 10.30.30.61, Flechtheim, 29.08.1932: Beigefügte Liste mit Verkaufspreisen «Liste der Picassos der Galerie Flechtheim», Werk wird hier aber nicht aufgelistet; Ausstellungsverkäufe Archiv ZKG/KHZ, 10.30.40.28, [1931-1933 (Buchtitel)], 1932, 137 (Laufnummer); Kat. Kunsthaus Zürich 1932; Kat. Moma New York 2015, S. 42; Kat. Georges Petit 1932, S. 71, Kat.-Nr. 224; Dascher 2011, S. 248-352; Dascher 2015, S. 17-26, S. 115-134; Kunsthaus Zürich 2007 (Sammlungskatalog), S. 621.
- 1933 – 1960, Werner und Nelly Bär (Sammler/-in), Zürich, KaufWie oben Fussnote 3.
- 1960 – 1968, Nelly Bär (*1910, +1975 Castiglione della Pescaia) (Sammler/-in), Zürich, ErbeKunsthaus Zürich 2007 (Sammlungskatalog), S. 621.
- ab 1968, Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), Zürich, GeschenkWie oben Fussnote 3.
Provenance category
no indications of a cultural property confiscated as a result of Nazi persecution
Provenance category (FOC)
B – The provenance from 1933 to 1945 has not been unambiguously clarified; gaps in the ownership history remain. According to current research, there is no evidence of Nazi-looted art. There are no implications of Nazi-looted art and / or conspicuous circumstances.
Literature (provenance)
- Exposition Picasso: 16 juin-30 juillet 1932, hrsg. von Charles Vrancken/Galeries Georges Petit, Ausst.-Kat. Galeries Georges Petit, 1932, S. 71 und 77.
- Kunsthaus Zürich. Gesamtkatalog der Gemälde und Skulpturen, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft et al., Sammlungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 621.
About the provenance
State of research 30.06.2023
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Literature (general)
- Kunsthaus Zürich. Gesamtkatalog der Gemälde und Skulpturen, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft et al., Sammlungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 621.
- Werner Spies: Werner Spies: Pablo Picasso. Das plastische Werk (Teufen 1971), Teufen: Verlag Niggli, 1971, No. 6.
- Pablo Picasso. Das plastische Werk. "Picasso Plastiken", hrsg. von Werner Spies, Ausst.-Kat. Nationalgalerie Berlin, Stuttgart: Verlag Gerd Hatje, 1983, No. 6.
- Ursula Merkel: Das plastische Porträt im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der Bildhauerei in Frankreich und Deutschland, Berlin: Akademie Verlag, 1995, ill. No. 88-89, S. 284.
- Picasso, sculpteur. Catalogue raisonné des sculptures établi, hrsg. von Werner Spies, Ausst.-Kat. Centre Georges Pompidou, Paris, Paris, 2000, No. 6 [anderes Exemplar], S. 28.
- Christian Zervos: Pablo Picasso. Catalogue raisonné. 33 Oeuvres de 1971-1972, Paris: Editions Cahiers d'Art, 1978, Bd. I, No. 323.
- Fernande & Françoise. Erinnerungen an Picasso, hrsg. von Markus Müller, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Köln: Wienand, 2022, Kat. No. 17, S. 44-45.