Signatur/Inschrift
bezeichnet oben rechts: M Lieberman 1920
Werkverzeichnis
Eberle II.1920/10
Provenienz
- Max Liebermann (*1847 Berlin, +1935 Berlin) (Künstler/-in)
- [Verbleib unbekannt?]
- spätestens ab 1923 – höchstens bis 1.3.1947, David Leder (*1888 Iaşi, +1947 London) (Sammler/-in), BerlinKat. Kunsthaus Zürich 1923 Liebermann, S. 9; Nr. 96.
- frühestens ab 1935 – höchstens bis 7.1949, Tel Aviv Museum of Art (Museum), Tel Aviv, LeihgabeBeate Schreiber, Bettina Leder (24. Mai 2023). Die Kunstsammlung von David und Lola Leder. RETOUR 🠔. https://doi.org/10.58079/toho (04.05.2026): Das Liebermann-Porträt war ab Mitte 1935 als Leihgabe im Museum in Tel Aviv. Im Juli 1949 kamen diese Werke in Zürich an. Am 10. August 1949 bot sie dieses aus Tel Aviv zurückgesandte Liebermann-Porträt dem Kunsthaus Zürich zum Kauf an.
- spätestens ab 1.3.1947 – 2.12.1949, Lola Leder (*1892, +1977 Berlin) (Sammler/-in), NachlassZKG/KHZ, Inventarbuch Slg.; Brief Lola Leder an Wilhelm Wartmann, 10.08.1949, Archiv ZKG/KHZ, Eingehende Korrespondenz, 10.30.30.148; Sitzungsprotokoll des Vorstands, 02.12.1949, Archiv ZKG/KHZ, 10.30.10.13.
- ab 2.12.1949, Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), Zürich, Kauf, 3000 CHFWie oben Fussnote 4.
Literatur (Provenienz)
- Ausstellung Max Liebermann, Juni-Juli 1923, Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich, Zürich, 1923, S. 9; Nr. 96.
- Beate Schreiber/Bettina Leder: Die Kunstsammlung von David und Lola Leder, [24.05.2023], in: [RETOUR 🠔 Freier Blog für Provenienzforschende] https://retour.hypotheses.org/2811 (aufgerufen 05. May 2026).
Zur Provenienz
Das Porträt zeigt Lola Leder. Sie und ihr Ehemann, der Kaufmann David Leder, werden mehrmals vom Künstler Max Liebermann gemalt. Das Ehepaar sammelt Werke des Impressionismus und der Klassischen Moderne, insbesondere von Künstlern wie Max Liebermann und Lovis Corinth. Ab 1933 wird die Familie Leder in NS-Deutschland als Juden verfolgt. Lola und David fliehen im Juli 1939 nach London. Der Sohn Rudolf flieht mit seiner Tochter 1943 aus Frankreich in die Schweiz. Dort wird er verhaftet und in ein Arbeitslager für Emigranten interniert. Seine Tochter Andrée Therese wird bei einer Schweizer Pflegefamilie untergebracht und erhält Unterhaltszahlungen von den Grosseltern aus London. Nach der Flucht von Lola und David nach England wird ihr Umzugsgut in Berlin beschlagnahmt. Zuvor hatten sie das Porträt von Max Liebermann sowie weitere Kunstwerke und Bücher als Leihgabe ins Tel Aviv Museum geschickt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhält Lola diese Kunstwerke zurück. Sie verkauft ihr eigenes Porträt 1949 an das Kunsthaus Zürich. Der Erlös geht auf ihren Wunsch hin an die Pflegemutter ihrer Enkelin. Das Porträt war ununterbrochen im Eigentum der Familie Leder und wurde von Lola erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges verkauft.
Recherchestand 21.04.2026
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Literatur (allgemein)
- Kunsthaus Zürich. Gesamtkatalog der Gemälde und Skulpturen, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft et al., Sammlungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 266.
- Matthias Eberle: Max Liebermann 1847-1935. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien, Bd. II: 1900-1935, München: Hirmer, 1996, No. 1920/10.