Beschriftung
verso auf Rückseitenschutz keine Provenienzmerkmale; verso auf Zierrahmen o. l. weisse Etikette in Schwarz: [Ausstellung Kimbell Art Museum in Fort Worth, Sept. 18-Dec. 12, 1993]; rechts daneben blaue KHZ-Etikette; o. M. mit Kreide in Rot: A [oder Dreieck]; daneben beige Etikette in Schwarz: [Biennale di Venezia 1950, Nr. 217]; o. r. mit Stift in Blau: 37 [Nummerierung Ruzicka-Stiftung?]; darunter runde weisse Etikette darauf mit Rot: 124;¬ auf Zierrahmen M. r. Prägung: [Kreuz] [umkreist mit Rot]; darunter Prägung: AJH [in Oval]; verso auf Keilrahmen o. M.: Etikette: 1 d / Merci / DOGANA ITALIANA / VISITATE / 1696 [italienische Zolletikette]; daneben mit Stift in Blau: 33 [in Kreis, Nummerierung Ruzicka-Stiftung]; teils darüber mit Kreide in Rot: A [oder Dreieck]; M. r. auf Keilrahmen runder Stempel in Schwarz: ZOLL / II – 30 / [nicht ausgefülltes Kreuz, in Kreis, Schweizer Zollstempel]
Werkverzeichnis
Morassi 1962 140
Provenienz
- Giovanni Battista Tiepolo (*1696 Venedig, +1770 Madrid) (Künstler/-in)
- Verbleib unbekannt
- o.D. – mindestens bis 1910, Antonio Grandi-Baslini (Kunsthandel), MailandSack 1910, S. 75, Abb. 62a.
- spätestens ab 23.12.1911 – o.D., Robert Langton Douglas (*1864, +1951) (Sammler/-in), LondonAusst.-Kat. Electa, Abbeville und Kimbell Art Museum 1993, S. 232-234, Nr. 30: «Douglas offered the picture to John G. Johnson, who turned it down in 1911, see Johnson Correspondence File, Philadelphia Museum of Art.»
- wohl, o.D., George W. Elkins (*1858 Philadelphia, PA, +1919 Philadelphia, PA) (Sammler/-in), PhiladelphiaWie oben Fussnote 4: «The picture is next listed in the Elkins collection in Philadelphia, which suggests that it had been acquired by Johnson's fellow Philadelphia collector, George W. Elkins (rather than his father, William L., who died in 1903). When George W. died in October 1919, he left his collection to the Philadelphia Museum of Art, but none of the paintings were specifically identified in his will. The earliest inventory in the museum's archives dates from 1925 and does not list the picture now in Zurich. None of the Elkins pictures was sold by the museum before 1925. One can only conclude that either the Elkins reference is to another collector or that George W. himself disposed of the picture before his death.»
- [Verbleib unbekannt?]
- o.D. – 1912, Unbekannt (Kunsthandel), ParisBode und Friedländer 1912, S. 30, Nr. 7: «Erworben 1912 aus dem Pariser Kunsthandel.»
- spätestens ab 1912 – mindestens bis 1914, Carl von Hollitscher (*1845, +1925) (Sammler/-in), Berlin, KaufZKG/KHZ Werkdossier, Rechnung Dr. Walter Feilchenfeldt an Ruzicka-Stiftung, 12.01.1949; Ausst.-Kat. Königliche Akademie der Künste, Berlin 1914: S. 43, Nr. 170; Bode und Friedländer 1912, S. 30, Nr. 7.
- [Verbleib unbekannt?]
- wohl, 1.7.1920 – mindestens bis 1937, Alice und Richard Neumann, Nr. 10Verzeichnis Eigentum Alice und Dr. Richard Neumann, Staatsgesetzblatt No. 371, Inv. Nr. 10, 01.07.1920; Ausst.-Kat. Galerie Sanct Lucas, 1937, S. 43, Nr. 126: «Sammlung Hollitscher, Berlin. Privatbesitz Wien»; Neues Wiener Tagblatt, 26.05.1937, Nr. 143, S. 10: «Diese Darbietung ist die von der Galerie St. Lucas in den Kunsträumen des Palais Pallavicini am Josefsplatz 5 veranstaltete Ausstellung italienischer Barockmalerei. Oeffentliche und private Sammlungen haben charakteristische Werke zur Verfügung gestellt, dass kunsthistorische Museum ist mit zwölf Werken vertreten, die Sammlung […] Dr. Neumann […] und schliesslich Giovanni Battista Tiepolo (1606 bis 1770)».
- [Verbleib unbekannt?]
- o.D. – 24.1.1949, Walter Feilchenfeldt (*1894 Berlin, +1953 Zürich) (Kunsthändler/-in), ZürichZKG/KHZ, Ruzicka-Akten, Abrechnung Ruzicka-Stiftung 1949, S. 4; Paul Cassirer & Walter Feilchenfeldt Archiv, Zürich: «27.12.48 WF hat Tiepolo und Langhi an Ruzicka verkauft».
- 24.1.1949, Leopold Ruzicka (*1887 Vukovar, +1976 Mammern) (Sammler/-in), Zürich, KaufZKG/KHZ, Werkdossier, Rechnung Dr. Walter Feilchenfeldt an Ruzicka, 12.01.1949.
- 24.1.1949 – 2005, Ruzicka-Stiftung (Sammlung), Zürich, ÜbertragungZKG/KHZ, Ruzicka-Akten, Abrechnung, wie oben Fussnote 13; Kunsthaus Zürich 2007 (Sammlungskatalog), S. 126.
- 1949 – 2005, Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), Zürich, LeihgabeKunsthaus Zürich 2007 (Sammlungskatalog), wie oben Fussnote 14.
- ab 2005, Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), Zürich, GeschenkWie oben Fussnote 15.
Provenienzstatus
Hinweise auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut
Provenienzstatus (BAK)
C – Die Provenienz zwischen 1933 und 1945 ist nicht eindeutig geklärt oder weist Lücken auf. Aus den vorliegenden Recherchen ergeben sich keine Belege für NS-Raubkunst. Es liegen jedoch Hinweise auf NS-Raubkunst und / oder auffällige Begleitumstände vor. Die Herkunft muss weiter erforscht werden.
Literatur (Provenienz)
- Eduard Sack: Giambattista und Domenico Tiepolo Ihr Leben und ihre Werke. Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des 18. Jahrhunderts, Hamburg: Clarmann, 1910, S. 75, Abb. 62a..
- Giambattista Tiepolo. Master of the Oil Sketch, hrsg. von Beverly Louise Brown, Ausst.-Kat. Kimbell Art Museum, Fort Worth, Mailand: Electa, 1993, S. 232-234, Nr. 30.
- Kunsthaus Zürich. Gesamtkatalog der Gemälde und Skulpturen, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft et al., Sammlungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 126.
- Die Gemälde-Sammlung des Herrn Carl von Hollitscher in Berlin, hrsg. von Wilhelm Bode/Max J. Friedländer, Sammlungskatalog, Berlin: Meisenbach Riffarth, 1912, S. 30, Nr. 7.
- Ausstellung von Werken alter Kunst. Aus dem Privatbesitz von Mitgliedern des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins, Ausst.-Kat. Königliche Akademie der Künste, Berlin, 1914, S. 43, Nr. 170.
- Ausstellung Italienische Barockmalerei. veranstaltet von der Galerie Sanct Lucas in den Festräumen des Palais Pallavicini, Wien, Ausst.-Kat. Galerie Sanct Lucas, Wien: J. Schwarz, 1937, S. 43, Nr. 126.
Zur Provenienz
Dieses Gemälde gehörte möglicherweise zur Sammlung des Wiener Ehepaars Alice und Richard Neumann. Richard Neumann stammt wie seine Frau Alice aus einer alten österreichischen Textilunternehmerfamilie. Mit dem «Anschluss» Österreichs an das Deutsche Reich 1938 werden sie als Juden verfolgt und fliehen über die Schweiz nach Paris. Nach der Besetzung Frankreichs 1940 retten sie sich zu Fuss über die Pyrenäen nach Spanien. Von dort gelingt ihnen die Flucht nach Havanna, Kuba. Einen Teil ihrer Kunstsammlung können die Neumanns nach Frankreich ausführen. Ein in Österreich verbliebener Teil wird aber von den NS-Behörden geraubt. In ihrer Sammlung gibt es mehrere Werke Tiepolos, die auf das Gemälde im Kunsthaus Zürich zutreffen könnten. Dies kann bislang jedoch nicht nachgewiesen werden. Das Kunsthaus steht im Austausch mit der Erbenvertretung nach Alice und Richard Neumann und untersucht den Fall weiter. Um weitere Hinweise zu erhalten, hat das Kunsthaus das Werk auf der Datenbank «Lost Art» veröffentlicht (https://www.lostart.de/de/Fund/630037).
Recherchestand 30.06.2023
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Literatur (allgemein)
- Die Meisterwerke, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft/Christian Klemm, Sammlungskatalog Kunsthaus Zürich, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 74 (ill.).
- Kunsthaus Zürich. Gesamtkatalog der Gemälde und Skulpturen, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft et al., Sammlungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 126.
- Venezianische Kunst in der Schweiz und in Liechtenstein, hrsg. von Günter Passavant, Ausst.-Kat. Seedamm-Kulturzentrum/Musée d'art et d'histoire, 1978, No. 124.
- Gemälde der Ruzicka-Stiftung (Text: L. Ruzicka), Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich, Zürich: Kunsthaus Zürich, 1949, No. 37.
- Antonio Morassi: A Complete Catalogue of the Paintings of G. B. Tiepolo, London: Phaidon Press, 1962, No. 140.
- Giambattista Tiepolo. Master of the Oil Sketch, hrsg. von Beverly Louise Brown, Ausst.-Kat. Kimbell Art Museum, Fort Worth, Mailand: Electa, 1993, No. 30, No. 31, No. 32, S. 232-234.