Signatur/Inschrift
bez. u. l.: Edv. Munch
Werkverzeichnis
Woll II.540.499
Provenienz
- Edvard Munch (*1863 Løiten (Hedmark), +1944 Ekely (Oslo)) (Künstler/-in)
- wohl, Albert Kollmann (*1837 Grüssow, Mecklenburg, +1915 Neuendettelsau) (Auftraggeber/-in)Woll, Bd. 2, S. 540, Nr. 499.
- spätestens ab 1913 – 21.10.1943, Curt Glaser (*1879 Leipzig, +1943 Lake Placid, NY) (Sammler/-in), Berlin/Ascona/Lake Placid, NYWoll, wie oben Fussnote 2; Brief Curt Glaser an Edvard Munch 20.03.1913, Munchmuseet, Oslo, MM K 2264: «Die Secession bittet mich, noch einmal an Sie zu schreiben, um Sie zu fragen, ob Sie für die Frühjahrausstellung Bilder senden können. [...] Wenn Sie nicht genügend Bilder selbst haben, könnte ich Herrn Consul Kolker veranlassen, daß die Schneearbeiter schickt, und ich selbst könnte das Porträt Kollmann leihen.»
- 28.2.1935 – 21.10.1943, Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), Zürich, LeihgabeEmpfangsbestätigung unterzeichnet von Paul Glaser, 27.07.1933, Zentralarchiv der Staatliche Museen zu Berlin, I-NG 859 1933/1294. Bl. 125: Bevor das Werk in die Schweiz verbracht wurde, befand es sich zusammen mit anderen Munch-Werken aus der Sammlung Glaser als Leihgabe in der Berliner Nationalgalerie. Im Juli 1933 beauftragte Curt Glaser seinen Bruder Paul diese Werke abzuholen. Ab Februar 1935 befand sich das Werk als Teil des Depositums Glaser im Kunsthaus Zürich, vgl. ZKG/KHZ, Depotbuch Nr. 2 ab 1919, S. 223f.; Brief Wilhelm Wartmann an Curt Glaser, 28.02.1935, Archiv ZKG/KHZ, Ausgehende Korrespondenz, 10.30.20.76, S. 474; Brief Wilhelm Wartmann an Curt Glaser, 13. 03.1935, Akten der Sammlungskommission, Archiv ZKG/KHZ, 10.30.10.49.
- 21.10.1943, Zürcher Kunstgesellschaft | Kunsthaus Zürich (Museum), Zürich, Kauf, 7'000 CHFSitzungsprotokoll Sammlungskommission 21.10.1943, Archiv ZKG/KHZ, 10.30.10.42, I.a.2.: «Der Direktor teilt mit, dass das Bildnis Albert Kollmann von Edvard Munch endgültig in den Besitz der Zürcher Kunstgesellschaft übergegangen ist. Der Kaufpreis von Fr. 7000.- ist am 3. September 1943 an Professor Glaser überwiesen worden.»
Provenienzstatus
Hinweise auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut
Literatur (Provenienz)
- Kunsthaus Zürich. Gesamtkatalog der Gemälde und Skulpturen, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft et al., Sammlungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007.
- Gerd Woll: Edvard Munch. Complete Paintings. Catalogue Raisonné, Vol. II, London: Thames & Hudson, 2009, S. 540, Nr. 499.
Zur Provenienz
Der Kunsthistoriker Curt Glaser verkauft dieses Werk 1943 dem Kunsthaus Zürich. Dort lagert es schon seit 1935 zusammen mit anderen Werken seiner Sammlung. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wird Curt Glaser als Jude verfolgt. Er verliert noch im selben Jahr seine Stelle als Direktor der Staatlichen Kunstbibliothek in Berlin. Zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Maria flieht er in die Schweiz und später in die USA. Die Verschiffung seiner Kunstwerke im Zuge der weiteren Flucht in die USA scheitert kriegsbedingt. Nachdem Glaser 1941 bereits ein Werk von Munch, das Gemälde Musik auf der Karl Johan Strasse, an das Kunsthaus verkauft hatte, überlässt er auch dieses Werk dem Kunsthaus. Die Verkaufsumstände beider Werke werden untersucht, da die Geschäfte im Zusammenhang mit der NS-Verfolgung und Flucht des Ehepaars stehen können. Das Kunsthaus steht in Kontakt mit der Erbenvertretung nach Curt und Maria Glaser.
Recherchestand 21.03.2025
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Literatur (allgemein)
- Die Meisterwerke, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft/Christian Klemm, Sammlungskatalog Kunsthaus Zürich, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 196 (ill.).
- Kunsthaus Zürich. Gesamtkatalog der Gemälde und Skulpturen, hrsg. von Zürcher Kunstgesellschaft et al., Sammlungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2007, S. 591.
- Munch und Deutschland, Ausst.-Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München/Hamburger Kunsthalle/Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, Stuttgart: Hatje Cantz, 1994, No. 19, S. 91 f..
- Edvard Munch. Portretter, hrsg. von Arne Eggum, Ausst.-Kat. Munch-museet, Oslo: Labyrinth Press, 1994, Nr. 44, S 113 (ill.).
- Edvard Munch in Chemnitz, hrsg. von Ingrid Mössinger/Beate Ritter/Kerstin Drechsel, Ausst.-Kat. Kunstsammlungen Chemnitz, Köln: Wienand, 1999, No. 12, S. 231, 255 (ill.).
- Wilhelm Wartmann: «Albert Kollmann, ein Freund von Edvard Munch», in: Das Werk. Architektur und Kunst / L'Œuvre. Architecture et art, Bd. 31, No. 5, 1944, S. 138-144.
- Edvard Munch in Chemnitz, hrsg. von Ingrid Mössinger et al., Ausst.-Kat. Kunstsammlungen Chemnitz, Köln: Wienand, 1999, S. 39 (ill.).
- Arne Eggum: Edvard Munch. Gemälde, Zeichnungen und Studien, Stuttgart: Klett-Cotta, 1986, S. 180.
- Edvard Munch, hrsg. von Guido Magnaguagno, Ausst.-Kat. Museum Folkwang Essen/Kunsthaus Zürich, 1988, No. 63 (ill.) [Text: Franziska Müller].
- Arbeitsgruppe Munch des Kunsthistorischen Seminars der Universität Zürich/Prof. Dr. Emil Maurer: Edvard Munch im Kunsthaus Zürich (Sammlungsheft 6), Sammlungskatalog Kunsthaus Zürich, Zürich, 1977, S. 37-48 [Text: Barbara Hasler].
- Gerd Woll: Edvard Munch. Complete Paintings. Catalogue Raisonné, Vol. II, London: Thames & Hudson, 2009, No. 499, S. 540.